Thomas Kutschaty: Aus technologischem Fortschritt gesellschaftlichen Fortschritt machen

In seiner Rede anlässlich des diesjährigen ArbeitnehmerInnen-Empfangs der SPD Castrop-Rauxel, hat der Fraktionsvorsitzende der SPD-Landtagsfraktion NRW, Thomas Kutschaty, eines sehr deutlich gemacht: Die Arbeitswelt steht vor großen Veränderungen, denen man mit Mut und Entschlossenheit begegnen muss. Kutschaty hat auf symbolische Weise aufgezeigt, wie Zukunftstechnologien im Sinne der ArbeitnehmerInnen genutzt werden können: „Wenn der Wind des Wandels weht, dann müssen wir Windmühlen bauen, um aus technologischem Fortschritt auch gesellschaftlichen Fortschritt zu generieren“. Konkret heißt dies für ihn, dass die bisherigen Technologien nicht gänzlich ersetzt werden dürfen, sondern diese durch neue Technologien sinnvoll ergänzt und erweitert werden müssen. Hierzu führt Kutschaty ein Beispiel aus Japan an, das technologischen mit sozialem Fortschritt vereint: „Wenn Roboter simple, aber auch körperlich schwere und zeitraubende Routinearbeiten in der Pflege übernehmen, dann kann das Pflegepersonal die gewonnene Zeit investieren, um sich mehr um Geist und Seele ihrer Patienten zu kümmern“.
Doch gleichermaßen kann es im Wind des Wandels auch notwendig sein, dass zum Schutze der Rechte von ArbeitnehmerInnen Mauern statt Windmühlen gebaut werden müssen. Hierzu Kutschaty: „Wenn Unternehmen den technologischen Wandel für Lohn- und Sozialdumping missbrauchen wollen, dann brauchen wir eine Schutzmauer in Form eines starken Sozial- und Rechtsstaates“. Eine solche Schutzmauer würde ein neuer, moderner Sozialstaat darstellen. Mit ihrem Konzept „Sozialstaat 2025“ hat die SPD einen wegweisenden Zukunftsentwurf für einen solchen modernen Sozialstaat vorgelegt. Neben einer Abkehr vom bestehenden, rückständigen Hartz-IV-System, sieht dieser insbesondere die Wiederherstellung der Leistungsgerechtigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt vor. Die Forderung von Thomas Kutschaty: „Jeder Mensch muss von seiner Hände Arbeit leben können“.
Neben Thomas Kutschaty hat die Betriebsrätin der Chemiewerke Marl, Tanja Soschinski, an einer Podiumsdiskussion teilgenommen und aus Sicht der ArbeitnehmerInnenvertretung wichtige Impulse zur Zukunft der Arbeit erörtert. Dabei wurde deutlich, es ist bereits viel passiert, aber in den Unternehmen muss noch einiges mehr passieren, um in den nächsten Jahren auch im Zuge von Fachkräftemangel attraktiver Arbeitgeber zu sein. Der SPD-Europakandidat, Jens Bennarend, warb in seinem Grußwort unter anderem für ein soziales Europa mit auskömmlichem Mindestlohn. 
Abgerundet wurde der ArbeitnehmerInnen-Empfang durch die musikalische Begleitung von der Sängerin Katharina Woop und dem Gitarristen Matthias Kansay.

Foto (v. links): Tanja Soschinski, Thomas Kutschaty und Lisa Kapteinat

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